Was ist die 90-10-Regel?
Wie investieren Sie laut der 90-10-Regel erfolgreich?
Es macht keinen Sinn, die Hälfte seines Aktiendepots in hochspekulative Werte zu stecken. Das ist eine Quote, die für den Privatanleger viel zu hoch ist. Bei hochspekulativen Anlagen gehen wir davon aus, dass wir keine konstante Rendite über mehrere Jahre erwirtschaften, sondern dass sich dieser Wert schnell in die Höhe entwickelt. Bestenfalls sogar vervielfacht.
Das ungeschriebene Gesetz der Geldanlage
Aber wenn Sie denken, diese Chance gibt es ohne Risiko, dann sind Sie leider absolut auf dem Holzweg. Egal wie viele Anzeigen, Kommentare oder Börsenbriefe Ihnen das Gegenteil versprechen: Ich garantiere Ihnen, dass Sie sich diesen Umweg sparen können. Dieses Axiom gilt immer an der Börse: Je höher das Risiko, desto höher der mögliche Ertrag. Und anders herum. Diese Regel können Sie dauerhaft nicht außer Kraft setzen. Sie können natürlich mal Glück haben, aber das können Sie beim Lottospielen auch.
90 Prozent konservativ – 10 Prozent spekulativ
Wenn Sie nun mit den durchschnittlich sieben Prozent Aktienrendite nicht zufrieden sind, könnte die 90-10-Regel eine geeignete Strategie für Sie sein. Abgeleitet aus dem Buch „Die Zürich-Axiome“, investieren die Schweizer seit Jahren und Jahrzehnten so und sind damit relativ erfolgreich gewesen.
Die 90-10Regel ist recht simpel: Sie investieren 90 Prozent in sichere Anlagen und 10 Prozent in spekulative Anlagen.
Ich habe die Regel etwas abgewandelt. Ursprünglich nahm man an, dass Staatsanleihen die sichersten Investitionen sind. Als das Buch geschrieben wurde, haben Anleihen rund 5 – 6 Prozent Rendite erwirtschaftet. Wenn man diese sicher bekommt, dann reichen die 10 Prozent spekulativer Anteil locker aus.
Mittlerweile – und das muss ich in aller Deutlichkeit sagen – sind Anleihen nicht sicherer als Aktien. Sie erwirtschaften keine Rendite mehr, so dass man höchstens über Kurssteigerungen profitieren kann. Was die 90-10-Regel angeht, so spreche ich natürlich ausschließlich von dem Teil Ihrer Vermögensanlage, den Sie in Aktien investieren. Grundsätzlich sollten Sie bei Ihrer Vermögensbildung selbstverständlich diversifizieren.
Böhms Praxistipp
Sie sollten bei der 90-10-Regel also 90 Prozent Ihres Kapitals in vergleichsweise konservative Aktien mit stetiger Gewinnsteigerung und stetiger Ausschüttung (zum Beispiel Aktien von Marktführern) investieren. Die restlichen 10 Prozent investieren Sie in spekulative Werte. Wobei Sie sich bestenfalls auch hier so gut wie möglich über die jeweiligen Unternehmen und Branchen informieren.
Sie mögen es etwas spekulativer und können es sich leisten? Dann machen Sie doch aus der 90-10-Regel einfach die 80-20-Regel.

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