Bitcoins: China sorgt für Absturz!

Erst Rallye, dann Kurssturz. Das Internetgeld Bitcoins zeigt sich Anfang 2017 eher als Zockerwährung, denn als neues Gold.

Bitcoins

(Dr. Detlef Rettinger) Am 5. Januar stieg der Kurs der Digitalwährung Bitcoins noch auf ein neues Allzeithoch und das Tor zu einer weiteren Preisexplosion schien aufgestoßen. Doch bereits tags darauf wurde der Absturz eingeläutet und mittlerweile ist ein Bitcoin in Dollar oder Euro gerechnet 35 Prozent weniger wert. Wer voller Euphorie Anfang Januar Bitcoins kaufte, um von weiteren Wertsteigerungen zu profitieren, schaut nun in die Röhre.

Immerhin: Zeitweise kostete erstmals seit der Entwicklung der Digitalwährung Bitcoin mehr als 1.000 Euro, in der Spitze wurden sogar 1.200 Euro gezahlt. Selbst nach dem Preissturz ist der Wert des Bitcoins in Euro gerechnet gerade einmal auf den Stand von Mitte Dezember 2016 gefallen, was die Stärke der vorherigen Rallye unterstreicht.

Tatsächlich hat das Internetgeld mit einem Wertzuwachs von 135 Prozent im Jahr 2016 nicht nur jede Währung, sondern auch Gold geschlagen, dessen Wert in Euro gerade einmal um 12 Prozent zulegte. Sind Bitcoins damit der „wahre“ sichere Anlagehafen, also das neue Gold? Wertstabil sind Bitcoins jedenfalls nicht, wie der Absturz in den letzten Tagen wieder einmal zeigte.

Peking macht der Bitcoin-Party ein Ende

Spannend ist jetzt vor allem die Frage, was die Gründe für die Kursexplosion bis zum 5. Januar waren und ob auch 2017 ein gutes Jahr für Bitcoin-Anleger wird.

Dazu müssen Sie wissen: Ein Vorteil eines Investments in Bitcoins ist, dass sich Währungskontrollen umgehen lassen. Das nutzen offenbar viele Anleger vor allem in China, um ihr Kapital außer Landes zu bringen, bzw. vor einer Abwertung der heimischen Währung zu schützen. Denn der Yuan steht seit einiger Zeit unter Abwertungsdruck und das dürfte auch vorerst so bleiben.

Die daraus resultierende Kapitalflucht versucht die Regierung in Peking zu unterbinden. Zu Jahresbeginn wurde daher der Kauf von Devisen und damit der Transfer von Vermögen ins Ausland deutlich erschwert. Es ist ganz offensichtlich, dass Peking eine eskalierende Kapitalflucht und einen erneuten Absturz des Yuan wie im Januar 2016 verhindern will.

Nun versucht die Regierung in Peking auch das „Schlupfloch“ Bitcoins zu schließen und hat kurz nach dem Erreichen des Allzeihochs vor „Missbrauch“ gewarnt. Und bei mahnenden Worten beließen es die offiziellen Stellen nicht: Es wurde eine Kontrolle der größten Bitcoin-Börse der Welt BTC China hinsichtlich möglicher Marktmanipulation, Geldwäsche und der Sicherheit von Kundengeldern angekündigt.

Dass dies zu starken Preisreaktionen führt, ist nicht verwunderlich, denn mehr als 90 Prozent der Umsätze an allen Bitcoin-Marktplätzen weltweit werden in Yuan ausgeführt! Und da gerade chinesische Anleger für ihre Lust an der Spekulation bekannt sind, trennten sich viele lieber schnell von ihren Bitcoins und nahmen Gewinne mit.

Chart & Info
Bitcoins in Euro
  • Aktueller Kurs
    771,95 Euro je Bitcoin
  • Kommentar
    Der Preis der Bitcoins stieg ab Oktober 2016 immer stärker an und explodierte dann Ende Dezember regelrecht. Am 5. Januar wurde intraday ein Allzeithoch von 1.200 Euro erreicht. Danach kam der Absturz um in der Spitze 35 Prozent.
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig seitw langfristig auf

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Bitcoins bleiben auch 2017 als Fluchtwährung attraktiv. Allerdings ist die Volatilität sehr viel höher als z.B. bei Gold. Das zeigte der extreme Preissturz der letzten Tage. Wenn Sie einen sicheren Anlagehafen suchen, um ruhig zu schlafen, dann sollten sie nicht unbedingt auf Bitcoins setzen. Die Internetwährung ist zwar unabhängig von der Kontrolle der Notenbanken, aber höchst empfänglich für politische Einflussnahme, wie die letzten Tage zeigten.

Bitcoins sind nur etwas für spekulative Anleger. Und für solche können Preisrückgänge wie der aktuelle für einen Einstieg attraktiv sein. Allerdings lässt sich nicht sagen, wann sich der Kurs stabilsiert und wieder steigt. Sie sollten eine Marktberuhigung abwarten.

Dr. Detlef Rettinger
Wenig Zeit?
Wertpapier: Bitcoins
Themen: China, Kontrolle, Digitalwährung
Bildquellen:
@ Markus Fischer - Fotolia.com
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