Heidelberger Druck kündigt neue Wachstums-Ära an

„Heidelberg goes Digital!“ soll die Druckmaschinen-Aktie in Schwung bringen. Tut es das?

Heidelberger Druckmaschine

(Stefan Böhm) Die Digitalisierung der Medienkonzerne ist für die klassischen Druckmaschinenhersteller wie König&Bauer oder Heidelberger Druck eine Zeit der Chancen, aber auch keine einfache Periode. Viele Kunden, so z.B. die klassischen Zeitungsverlage, kämpfen mit sinkenden Druckauflagen und investieren daher weniger in Maschinen und Ausrüstung. Um dieses Dilemma zu umschiffen, hat Heidelberger Druck auf der Bilanzpressekonferenz 2016/17 eine neue Unternehmensstrategie vorgestellt, mit der das Unternehmen in den kommenden Jahren seinen strategischen Fokus auf die Themen Technologieführerschaft, digitale Transformation und operative Exzellenz legen möchte. Wie es üblich ist, hat das Maßnahmenpaket einen einprägsamen Namen erhalten: „Heidelberg goes Digital!“

Durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen soll nach dem im letzten Geschäftsjahr vollzogenen erfolgreichen Turnaround zurück in die Gewinnzone bis zum Jahr 2022 ein kontinuierliches Wachstum auf einen Konzernumsatz von rund 3 Mrd. Euro erreicht werden. Auch soll auch die Profitabilität nochmals deutlich auf einen operativen Gewinn (EBITDA) von 250 bis 300 Mio. Euro und einen Nachsteuergewinn von mehr als 100 Mio. Euro verbessert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 lag der Umsatz bei knapp über 2,5 Mrd. Euro, das EBITDA bei 179 Mio. Euro und das Ergebnis nach Steuern bei 36 Mio. Euro.

"Heidelberg goes Digital!" als Aktientreiber

Vorstandsvorsitzender Rainer Hundsdörfer zeigt sich optimistisch: „Heidelberg wird in den nächsten fünf Jahren wieder der wachstumsstarke und profitable Leuchtturm unserer Branche werden. Wir haben die Erfolgsfaktoren hierfür definiert und bereits die ersten Maßnahmen eingeleitet. Damit beginnt für Heidelberg eine neue Wachstumsära.“

Anleger und die Analysten scheinen den Verheißungen des Druckmaschinenherstellers zu glauben. Independent Research, Commerzbank, S&P Capital, Warburg Research und die Baader Bank gaben Kaufempfehlungen für die Aktie heraus. Eine Kaufwelle hob die Aktie von 2,53 Euro am Donnerstag auf bis zu 2,76 Euro am Freitag nach oben – ein Plus von acht Prozent in zwei Tagen. Hat die Aktie damit ihr Pulver schon verschossen? Aus charttechnischer Sicht ist dies nicht der Fall, im Gegenteil: Mit dem Ausbruch über den Widerstand bei 2,65 Euro (rote Linie) wurde ein langfristiges Kaufsignal generiert. Für die Heidelberger Druck-Aktie könnte in der Tat eine Zeitenwende eingeläutet werden.

Chart & Info
Heidelberger Druck-Aktie
  • WKN / ISIN
    731400 / DE0007314007
  • Aktueller Kurs
    2,753 EUR
  • KGV2017e / 2018e
    16,7 / 11,6
  • Dividendenrendite 2017e
    0,5 Prozent
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig auf langfristig auf

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

"Heidelberg Druck goes Digital!". Besser spät als nie möchte man meinen. Das Wachstumsprogramm des Unternehmens ist ehrgeizig, aber nicht unrealistisch. Für die Aktie entstehen dadurch neue Kursperspektiven für risikobereite Anleger. Aus charttechnischer Sicht könnte der Startschuss für eine Neubewertung der Aktie mit dem Ausbruch über 2,65 Euro bereits gefallen sein. Damit ist die Heidelberg Druck-Aktie vor allem als spekulative Depotbeimischung interessant!

Stefan Böhm
Wenig Zeit?
Wertpapier: Heidelberger Druckmaschinen
Themen: Umsatz, Gewinn, Wachstum, Profitabilität, digitale Transformation, Aktie
Bildquellen:
© Heidelberger Druckmaschinen AG
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